Standortwechsel als Folge des Brexit – Unternehmen verlassen die Insel!

Dem derzeit von London aus betriebene Eurogeschäft stehen gewaltige Umstrukturierungsmaßnahmen bevor. Der europäische Finanzmarkt scheint bereits jetzt auf die Ankündigung des Brexit zu reagieren und den Aufbau neuer Strukturen und die als Folge des Brexit notwendige Verschiebung des Finanzstandortes in das Gebiet der verbleibenden EU-Mitgliedstaaten vorzubereiten.

Die europäischen Grundfreiheiten sind vielfach entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen, den diese nicht durch einen Verbleib am Standort in Großbritannien gefährden wollen. Daraus folgend hat der Standort Großbritannien bereits mit dem Votum des Referendums für einen Brexit an Attraktivität eingebüßt. Eine Standortverlagerung in die EU bietet neben dem freien Marktzugang Rechtssicherheit und Stabilität, die Großbritannien derzeit nicht bieten kann.

Gerade die englische Limited ist als Gesellschaftsform auch in Deutschland vertreten. Der Status englischer Gesellschaften wird mit einem Austritt aus der EU in Frage stehen, insbesondere dann, wenn der Schwerpunkt der tatsächlichen Geschäftstätigkeit in Deutschland liegt. Bislang ist es anerkannte Rechtsprechung, dass eine in einem EU-Mitgliedsstaat gegründete Gesellschaft in den anderen EU Mitgliedstaaten anerkannt wird. Die Möglichkeit der Teilnahme am Rechtsverkehr als juristische Person ist dadurch vorgegeben. Mit der anerkannten Gesellschaftsform geht auch die Frage der Haftung, konkret des Haftungsumfangs der Gesellschaft bzw. eines Haftungsdurchgriffs auf Gesellschafter und Geschäftsführer einher.

Ohne die mit der Gründung in Großbritannien bislang einher gehende Anerkennung als Limited (also als Gesellschaft nach englischem Recht) auch in Deutschland, könnte diese - dem Schwerpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeit oder der faktischen Niederlassung der Verwaltung in Deutschland folgend - nun als deutsche Gesellschaft anzusehen sein. Eine Bewertung, die bislang durch die einschlägige Rechtsprechung des EuGH verhindert wurde, die aber nach einem Austritt Großbritanniens aus der EU folgerichtig erscheint. Erhebliche Relevanz erhält diese Thematik in der Praxis durch die mit der genannten Zuordnung einher gehenden Fragen nach der Haftung, dem Haftungsumfang der Gesellschaft und einem eventuell drohenden Zugriff auf ihre Gesellschafter und Geschäftsführer.

Wenden Sie sich an den Rechtsberater ihres Vertrauens, wenn Sie mit einer englischen Limited im Geschäftsverkehr stehen oder Gesellschafter oder Geschäftsführer einer solchen sind. Hier frühzeitig für die eigene Person und die Geschäftspartner Sicherheit zu schaffen und Verlässlichkeit zu signalisieren erfordert keinen großen Aufwand und kann für die Zukunft bedeutsam sein.

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